Veröffentlicht am: 06 Februar 2026
247TailorSteel Metall-Update: Entwicklungen für das erste Quartal 2026
Jedes Quartal geben wir einen Überblick über aktuelle Entwicklungen und Erwartungen in der Metallbranche und leiten konkrete Tipps für Unternehmen ab. Grundlage sind Preisentwicklungen, PMI-Daten, erkennbare Markttrends, Gespräche mit Servicezentren und Kunden sowie unsere Einschätzung der Marktlage.
Preise & PMI’s




Die reinen Zahlen (nicht die Einkaufspreise von Metallunternehmen) stammen aus den genannten Quellen. Die Prognosen wurden von 247TailorSteel auf der Grundlage von Branchentrends, Gesprächen mit Servicezentren und Kunden erstellt. Die europäischen Preise sind Durchschnittswerte verschiedener Stahl- (235, 275 und DC01) und Edelstahlsorten aus Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und dem Vereinigten Königreich.
Rückblick auf das vergangene Quartal
Die Preise für Stahl und Edelstahl sind im vergangenen Quartal leicht gestiegen. Gleichzeitig beobachten wir einen Rückgang der Importe, während die Nachfrage insgesamt verhalten bleibt. Der Aluminiumpreis hingegen liegt auf dem höchsten Niveau seit 2022. Gründe dafür sind unter anderem die hohe Nachfrage aus den Bereichen Elektromobilität, Netzausbau, Solarenergie sowie Leichtbauanwendungen im Bauwesen. Zudem ist das Angebot begrenzt, da viele europäische Schmelzwerke aufgrund hoher Energiekosten ihre Produktion reduziert haben und die Importe aus China durch eine Obergrenze von 45 Millionen Tonnen begrenzt sind.
Dennoch zeigte sich im vierten Quartal in der Praxis ein insgesamt besseres Bild. Der Markt war vorsichtig positiv, was sich unter anderem im PMI widerspiegelte, der während des gesamten Quartals unter 50 lag, aber wieder ansteigt. Dies deutet auf ein Wachstum der Produktion und der Zahl der Neuaufträge hin. Konkrete Wachstumstreiber lassen sich nur schwer einzelnen Sektoren zuordnen. Auffällig war jedoch, dass Unternehmen aus dem Lebensmittelbereich, insbesondere aus der Geflügel, Eier und Kartoffel verarbeitenden Industrie, deutlichen Rückenwind hatten. Auch im Bereich der Intralogistiksysteme wurden gute Ergebnisse erzielt, wobei dieser Sektor überwiegend projektbezogen arbeitet und daher vonausgeprägten Spitzen, aber auch ruhigeren Phasen geprägt ist.
Darüber hinaus blieb das vierte Quartal traditionell ein Investitionsquartal für produzierendeUnternehmen. An vielen Stellen wurden gezielt Investitionen in die Erneuerung und Erweiterung des Maschinenparks vorgenommen. Auffällig ist dabei der zunehmende Markteintritt asiatischer Maschinenbauer in Europa. Dies erhöht den Wettbewerbsdruck auf etablierte europäische Anbieter und ist eine Entwicklung,die innerhalb der Branche aufmerksam beobachtet wird.
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Prognose für das nächste Quartal
Wir gehen davon aus, dass die Preise für Stahl und Edelstahl im kommenden Quartal weiter leicht steigen werden. Durch die Einführung der CBAM, die seit dem 1. Januar 2026 in Kraft ist, haben sich Importe spürbar verteuert – auch wenn viele Details in der praktischen Umsetzung noch offen sind. Ähnlich verhält es sich mit den angekündigten Safeguard-Maßnahmen, die voraussichtlich ab dem 1. Juli 2026 greifen und den europäischen Stahl- und Edelstahlmarkt schützen sollen. Diese Unsicherheiten führen dazu, dass viele Unternehmen größere Investitions-und Beschaffungsentscheidungen derzeit noch aufschieben.
Für Aluminium rechnen wir damit, dass sich das zuletzt starke Wachstum zumindest im laufenden Quartal fortsetzt.
Trotz der Preissteigerungen deutet vieles darauf hin, dass die Industrie im ersten Quartal insgesamt leicht anziehen wird. Bei der Versorgung mit Halbzeugen beobachten wir aktuell ein Ungleichgewicht zwischen einer vergleichsweise niedrigen Nachfrage und einem hohen Angebot, was dämpfend auf das Preisniveau wirkt. Der PMI liegt weiterhin über 50 Punkten und signalisiert damit insgesamt positivere Erwartungen als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.
Tipps & Überlegungen
Aufgrund der Unsicherheiten rund um die jüngsten CBAM-Regelungen sowie mögliche künftige Safeguard Maßnahmen sind belastbare Prognosen derzeit schwierig. Viele Unternehmen dürften von einem nüchternen und flexiblen Ansatz profitieren. Empfehlenswert ist ein schrittweiser Einkauf bei gleichzeitig genauer Beobachtung der Lagerbestände. Nicht nur abwarten, sondern Projekte mit hoher Planungssicherheit frühzeitig festlegen, dabei jedoch ausreichend Spielraum für Anpassungen lassen, da größere Einmalbestellungen mit erhöhten Risikenverbunden sind.
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